Kann man diesem absurden Jahr 2020 dankbar sein?

Ja, ich kann. Und ich will.

Vielleicht mag es absurd erscheinen, aber ich bin nicht nur IN diesem Jahr für Vieles dankbar, ich bin sogar DEM Jahr dankbar. Denn dieses Jahr hat viel verändert.

Natürlich bin ich zutiefst dankbar, dass ich gesund bin, meine Familie und meine Freunde gesund oder wieder gesund geworden sind. Ich weiß, das ist nicht selbstverständlich. Ich weiß auch, dass dieses Glück bisher nicht allen Menschen zuteilwurde.

Ich habe durch und in diesem Jahr wahnsinnig viel gelernt und auch viel erreicht.

Dankbarkeit und Wunsch für 2021

Es war hart.

Als wir Mitte März in den Lockdown gerutscht sind, überkam mich eine existenzielle Panik. Von außen betrachtet nicht unbedingt begründet, aber in meinem Inneren ging es rund: Ich hatte das Gefühl, wenn ich jetzt nicht sofort mich sichtbar mache und mein Business auf neue Beine stelle, bin ich verloren, ich gehe unter mit wehenden Fahnen und alles, was ich bisher aufgebaut habe, würde umsonst gewesen sein.

Warum ich dieses Gefühl hatte, weiß ich nicht. Es war sicher aus dem allgemein-gesellschaftlichen Angst-Gefühl beeinflusst. Ich hatte Angst, von einer Welle überrollt zu werden, wenn ich nicht auf der Stelle losschwimme, was das Zeug hält.

Zusätzlich waren die Sozialen Medien voll von wirklich guten Lern-Angeboten, ganz gleich ob zu Sichtbarkeit auf Facebook, wie verwende ich Zoom richtig, wie positioniere ich mich so, dass ich wahrgenommen werde, wie mache ich E-Mail-Marketing usw. All das gepaart mit dem Satz: JETZT ist der beste Zeitpunkt so richtig online zu gehen. Dieser Satz stresste mich ungemein. Aber er klebte fest in meinem Kopf und ließ mich nicht los.

Dazu kam, wie bei so vielen von uns, Homeschooling mit 2 Kindern. Und damit der Kampf mit allem Technischen. Ich hab’s nicht so mit der Technik. Und unsere Home-Technik mit 2 Selbständigen daheim und 2 Kindern war eindeutig überfordert. Ich auch.

Die 2 Monate, die folgten, waren die Hölle. Meine Nerven lagen so blank, dass mich die einfache Frage meiner Freundin, ob wir uns in 3 Wochen, wenn die Friseure wieder aufsperren, einen gemeinsamen Termin machen wollten, mich zum Heulen brachte. Ich konnte mir unmöglich vorstellen, das Haus für 3 Stunden am Stück verlassen zu können, bei dem Berg an Arbeit der vor mir lag. Irre.

Ich arbeitete wie eine Wilde:

  • Ich schrieb eine 7-teilige Blogartikel-Serie in den ersten 3 Wochen des Lockdowns plus danach einen pro Woche.
  • Ich entwarf ein Blogartikel-Konzept für eine neue Kundin (dem Universum sei Dank!) samt wöchentlich ca 2 Artikel.
  • Ich hielt Projekt-Workshops zum ersten Mal online.
  • Ich coachte erstmals Kundinnen für Texte von Landing Pages (und tigerte mich in dieses Thema hinein).
  • Ich stellte fest, dass meine Positionierung zu schwammig war und meine Website (die ich gerade im Februar fertig überarbeitet hatte!) nicht mehr zu mir passte – farblich und sprachlich.
  • Ich entwarf mit meiner Design-Kollegin eine neue Website.
  • Ich schrieb die ganze Website um und erweiterte mein Angebot.
  • Ich begann mit Instagram, LinkedIn und XING (etwas viel, ich weiß…)
  • Ich lernte Videos zu drehen: Position, Licht, Ton, schneiden, Untertitel, Transkription, Youtube, Facebook-Live – alles neu für mich. Ein großes Angst-Thema (ist es immer noch).
  • Ich lernte Canva zu bedienen (ich bin designerisch, sagen wir mal, herausgefordert.)
  • Ich vertiefte mein SEO Wissen in Challenges und Workshops.
  • Ich plante 2 wöchentliche FB-Postings für 7 Wochen Ferien.
  • Ich beendete ein Website-Projekt vom Winter und startete im Juni ein neues.
  • An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern…

Nicht zu vergessen 2 Kinder zu beschulen und die Schule zu bedienen (Schoolfox, Zoom, Wochenpläne erfüllen, abgeben, neue holen, Tagespläne erstellen, kontrollieren, Geigenunterricht online …. Ihr kennt das ja).

Kochen. Essen. Schlafen.

Verrückt, oder?

Dann, etwa Mitte Juni, war der Ofen aus.

Aber sowas von aus. Trotzdem, oder vielleicht deshalb breitete sich zum ersten Mal seit 3 Monaten eine gewisse (erschöpfte) Ruhe in mir aus.

Ich blickte zurück und merkte 2 Dinge:

Ich bin zutiefst erstaunt und dankbar für die Erkenntnis, was alles geht, wenn es gehen muss.

Und: Das geht nicht auf Dauer. Irgendwann brauchte ich Hilfe!

Da habe ich zum ersten Mal spontan Arbeit ausgelagert: Ich ließ mir alle Visuals für den FB-Sommer von einer ehemaligen Kundin produzieren, von der ich wusste, dass sie Kapazitäten hat und sich über Arbeit freut. Ich habe sie SO GERNE BEZAHLT, obwohl ich bis dahin noch deutlich weniger verdient hatte, als im Jahr davor. Das war „mind-blowing“ für mich, denn außer mein Webdesign und Coaching hatte ich noch nie Leistung zugekauft. Es fühlt sich GROSSARTIG an.

Wofür bin ich in dem Wahnsinn so wahnsinnig dankbar?

Ich bin dankbar dafür, so so viele Menschen online kennen gelernt zu haben, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Inspirierende Frauen, die ihr Business bereits auf einer ganz anderen Ebene leben und von denen ich viel lernen kann. Und zu fühlen, wie nah man sich kommen kann, auch wenn man einander nur online und telefonisch kennt. Ich bin aber auch dankbar dafür, dass ich meiner Online-Blog-Kundin im September nach unzähligen Telefonaten und ca 20 Artikeln endlich persönlich um den Hals fallen konnte. Corona hin oder her, das musste sein!

Ich bin dankbar dafür, mich meiner Positionierungsfrage gestellt zu haben und ENDLICH eine Website zu haben, die mir zu 100% entspricht (nicht nur „professionell“ sondern persönlich) und mit der ich wirklich glücklich bin und die tatsächlich Kundinnen anzieht.

Ich bin dankbar dafür, seit dem Herbst zu merken, dass meine Sichtbarkeits-Arbeit im Frühling Wirkung zeigte: Menschen, Kundinnen, finden mich in einer Zahl, die ich nie für möglich gehalten hätte. Meine Buchungslage im Herbst war so gut wie noch nie! Auch mein Jahresumsatz war 2020 so hoch wie noch nie, obwohl ein größerer Kunde im Corona-Frühling weggebrochen war. Auch dafür bin ich natürlich zutiefst dankbar.

Aber das Schönste und für mich Herzerwärmendste ist: Die tiefe Dankbarkeit, die mir von meinen Kundinnen entgegen schwappt, wenn ich ihnen durch Worte helfen kann, ihr Business auf die Beine zu stellen. Das ist mein absoluter Motor.

Ich bin auch meinem Körper dankbar, der mir eindeutig zeigte, wann Schluss ist. Und mich zwang, mich um mich selbst zu kümmern. Seit September genieße ich alle ein bis zwei Wochen verschiedenste TCM-Anwendungen, TUINA, Akupunktur, Kräuter und, ja!, ich mache jeden Donnerstag um 16.00 Online-Yoga! Ganz gleich was kommt – mittlerweile hat das auch meine Familie verstanden, das hat ein wenig gedauert… Das alles hat jetzt seit 3 Monaten Vorrang im Kalender und tut mir so gut. Auch etwas, das ich mir vor dem Lockdown nie hätte vorstellen können!

Jetzt im Dezember bin ich dankbar für mehr Ruhe als sonst. Klar, die eine oder andere Weihnachtsfeier (vor allem der Kinder in der Schule) fehlt mir. Aber ich hatte auch schon eine schöne Online-Weihnachtsfeier mit anderen Business-Moms! Ich „zwinge“ mich dazu, mich jeden Tag ein paar Minuten auf die Couch zu setzen, Affirmationen oder eine Meditation zu hören, mein Kerzerl ist an… und ich werde ganz ruhig. Eine tiefe Achtsamkeit für mein Inneres macht sich breit. Auch dafür bin ich dankbar.

Ich bin meinem Mann und meinen Kindern dankbar, dass sie mich trotz allem arbeiten ließen. Ich habe fast alles untertags gemacht, ich bin kein „Arbeiten-wenn-die-Kinder-schlafen“-Mensch. Sie waren großartig. Ich bin befreundeten Eltern dankbar, mit denen ich mich bei der täglichen Park-Aufsicht im Frühjahr abwechseln konnte. Ich bin auch für die Erfahrung dankbar, wie es sich anfühlt, täglich einen Baum im Park zu umarmen. Danke Baum, dass du mir Stütze warst!

All das, wofür ich heuer dankbar bin, hätte es ohne Corona nicht oder nicht so gegeben. Kein neuer Online-Auftritt, keine 15-20 Artikel für meinen eigenen Blog, weniger aktive Kundenansprache, viel weniger technisches Wissen. Eine innere Verbundenheit von Menschen, die mir online ans Herz wachsen. Yoga mit einer Lehrerin aus Den Haag, in meinem Arbeitszimmer. Céline, die im Park Bäume umarmt und alle schauen zu. Wenig vorstellbar noch vor einem Jahr.

Ich bin dankbar für die Chancen, die mir 2020 geboten hat und die ich ergriffen habe. Es waren sicher nicht alle. Aber genügende.

Danke 2020!

Durchatmen und Weihnachtsfriede. Und dann: Auf nach 2021!

Dafür wünsche ich Dir und uns viel Kraft und Energie!

Bis bald und rutsch’ gut rüber!
Deine Website-Texterin aus Wien,

Céline Tüyeni. Texterin für Frauen, die mit ihrem Herzensbusiness Erfolg haben willen

P.  S. Trotzdem bin ich nicht bös, wenn sich die Situation bald zum besseren wendet! 😉 Ich will meine Freunde endlich wieder in Ruhe und im Warmen sehen und umarmen können. Und trotzdem mir und vielen anderen Menschen unsere Achtsamkeit für Wichtiges, Ruhe und Natur erhalten. Mein großer Wunsch für 2021…

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