Kekse backen… das ganz persönliche Küchenchaos einer Texterin.

Es weihnachtet. Steht zumindest so im Kalender. Die Vorzeichen sind eindeutig: Wunschlisten werden gekritzelt, die sich wie Bestelllisten im online Versandhandel lesen, und mit glitzernden Stickern behübscht. Papierschnitzelreste von Selbstgebasteltem panieren den Teppich. Der Ruf nach Kekse-backen wird unerträglich laut. „Mama, ALLE backen schon! Mama, wo sind die Zuckerkugerl? Mama, ich will ausstechen!“

Ich will aber viel lieber an die Tasten meines Computers!

Kekse Kinder Küchenchaos

Die Lieblings-Weihnachts-CD läuft in der Endlosschleife, die Kinder sind gemehlt von der Nasen- bis zur Zehenspitze, die Zuckerkugel knirschen unter den Fußsohlen. Kneten, walken, ausstechen.
1. Keks.
2. Keks.
3. Keks.
Kinderfinger patschen alles wieder zusammen. Nicht schön genug, von vorne. Teig klebt am Nudelwalker. Am Brett. Am Tisch. Am Kind.

Ich dreh mich einmal kurz um. Kind 1 ist weg. Ist Weihnachtsgeschichten lesen gegangen. Kind 2 will Kekse dekorieren. Ausstechen ist öd. Hat ja schon 2 mal 3 Kekse ausgestochen, das reicht. Kind 2 will außerdem Zuckerkugerl naschen. Zuckerkugerl verstecken und horten. Die findet dann der Osterhase unter der Matratze in der Spielhöhle. Alle Jahre wieder…

Es schneit!

Zuckerschneeflocken legen sich über das Backblech. Zuckerchristbäume werden am Fußboden angepflanzt. Ich flu…. Nein natürlich nicht, bücke mich um aufzukehren. Als ich hochkomme, ist Kind 2 weg. Ist zu Papa auf die Couch geflüchtet. Muss Rohkeksmasse verdauen, will dabei vorgelesen bekommen. Die Keksbackeuphorie hat es in der Küche zurück gelassen. Samt Keksteig. Keksmehl. Keksdeko. Und mir. Allein, fertig mit den Nerven und dem ersten „Vorweihnachtszeit-ist-so-schön-Rausch“. Apropos Rausch…! 😉

Normalerweise…

… rolle ich an diesem Punkt gottergeben und einsam weiter. Bemitleide mich. Frage mich, wozu wir eine so riesige Küche haben, dass Menschen drin wohnen könnten, und ich jetzt erst allein da stehe und Kekse backe, die ich gar nicht backen wollte (Ich gestehe: Essen mag ich sie schon. Leider am liebsten die Eigenen). Und steche Keks um Keks aus. Inzwischen verkohlt die erste Ladung im Rohr. Die CD läuft noch immer. Es wird finster. Abendessen ist aus Trotz für die ganze Familie gestrichen. Sagte ich schon, dass ich Kekse backen eigentlich has… aber man soll ja nicht hassen. Schon gar nicht zu Weihnachten.

Heuer mach ich’s anders!

Ich nehme es mir fest vor. Schließlich ist Weihnachten. Und ich glaube ans Christkind. Deshalb: Ich geh‘ dann auch. Lasse Kekse in verschiedenen Evolutionsstufen einfach in der Küche zurück. Und wünsche mir einen Engel. Einen Engel, der durchs Fenster fliegt und der aus all dem Chaos Neues entstehen lässt (zur Sicherheit mach ich schnell noch einen Spalt auf, und wegen des leicht angebrannt Dufts).

Ist das nicht der Sinn von Weihnachten? Eine Geburt von Neuem, ein neuer Anfang? Eben! Geht sicher auch in meiner Küche. Ganz bestimmt.

ODER???

Deine Website-Texterin und Weihnachtszeit-Liebhaberin,

Céline Tüyeni. Texterin für Frauen, die mit ihrem Herzensbusiness Erfolg haben willen

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