Hast du schon ein paar Wortmonstern und Parasiten in deinem Text den Garaus machen können? Dann sehen wir uns heute das Thema Satzlänge an: Wie kurz oder lang sollen Sätze sein idealerweise sein?

Wechsle kurze und mittellange Sätze ab.

Warum stellen wir uns überhaupt diese Frage?

Weil du willst, dass dich deine Leser*innen verstehen! Denn: Je länger ein Satz ist, desto aufmerksamer müssen deine Leser*innen sein um den Inhalt zu erfassen. Wär ja sonst schade drum!

Denken wir an unser Credo:

Es soll leicht gehen, für dich und deine Leser*innen.

Was bedeutet das hier konkret? Ganz einfach: Wir denken beim Schreiben daran, dass die lesende Person vielleicht schon müde ist. Nicht jeder Mensch, der im Internet liest, ist gerade frisch und konzentriert. Viele haben anderes im Kopf. Trotzdem soll dein Text ins Gehirn vordringen können. Deshalb musst du ihn möglichst einfach halten.

Mein Tipp: Schreibe so, dass ein 10-jähriges Kind den Text nach der Schule noch versteht.

Die Satzlänge, damit verbunden der Satzbau, sind entscheidende Kriterien für einfache Texte (neben der Wortwahl, der Gliederung etc.).

Satzlänge: Was genau ist kurz, was ist lang? Was ist gut?

  • Am leichtesten verstanden werden Sätze mit 3-15 Wörtern.
  • Bis 20 Wörter ist ok, wenn der Satz einfach gebaut ist oder Aufzählungen enthält.
  • Idealerweise verwendest du maximal einen Beistrich (ein Komma) pro Satz.
  • Wechsle die Länge der Sätze innerhalb dieses Rahmens ab. Das hält den Text frisch.

Deine Aufgabe: Nimm dir jetzt deinen Text zur Hand und zähle drauf los. Jeder Satz über 15 Wörter ist ein Kandidat um ihn besser zu gestalten. Streiche dir die Sätze an.

Jetzt ist noch wichtig zu wissen:

Was kannst du gegen zu lange Sätze tun?

Da gibt es ein paar Tricks:

Hast du 2 Hauptsätze miteinander durch einen Beistrich oder UND verbunden?

Teile sie. Mach dazwischen einen Punkt. Ganz einfach. 😉

Alt: Ich habe Vieles in meinem Leben durchgemacht und dadurch habe ich viele Erfahrungen gesammelt.

Neu: Ich habe Vieles in meinem Leben durchgemacht. Dadurch habe ich viele Erfahrungen gesammelt.

Hast du mehr als einen Beistrich verwendet?

Bau den Satz so um, dass du einen Nebensatz los wirst:

Alt: Wir Frauen des Westens sind es, die jetzt einen wesentlichen Beitrag leisten können, damit diese Welt für unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert bleibt.
Puuh, das fühlt sich schon recht lange an, oder? Dabei sind es „nur“ 23 Wörter. Aber der Satzbau mit 2 Beistrichen macht es kompliziert.

Neu:  Wir Frauen des Westens können jetzt einen wesentlichen Beitrag leisten, damit diese Welt für unsere Kinder und Kindeskinder lebenswert bleibt. (20 Wörter, aber einfacher gebaut und leichter erfassbar.)

Du kannst auch Information mit einem Gedankenstrich ans Ende auslagern (= langer Bindestrich):

Alt: In jeder Gruppe sind max. 5 Frauen, deshalb ist auf jeden Fall Raum für dein persönliches Coaching, wenn du das möchtest.

Neu: In jeder Gruppe sind max. 10 Frauen. Es auf jeden Fall Raum für dein persönliches Coaching – wenn du das möchtest.

Damit kannst du auch die Betonung bewusst verlagern.

Bei Wenn-dann-Sätzen oder dass-Sätzen funktioniert ein Doppelpunkt gut:

Alt: Wenn Sie es schaffen den Blickwinkel zu ändern, sehen Sie Zugeständnisse als Investition in Ihre Zukunft.

Neu: Versuchen Sie den Blickwinkel zu ändern: Sehen Sie Zugeständnisse als Investition in die Zukunft.

Alt: Es ist ein Faktum, dass die weltweite Krise neue Lösungen erfordert.

Neu: Fakt ist: Die weltweite Krise braucht neue Lösungen.

Verwendest du Füllwörter? Meist unnötig.

Füllwörter machen deinen Text länger ohne ihm Aussage zu verleihen. Im Gegenteil: Oft schwächen sie die Aussage (wie Modalverben auch). Füllwörter sind zum Beispiel:

Vielleicht, manchmal, oft, und, aber, trotzdem, allerdings, schon, recht, auch, etwas, genau…

Füllwörter kannst du oft ersatzlos streichen – aber nicht immer. Probier’s aus!

Alt: Allerdings habe ich manchmal schon das Gefühl, dass es mir damit etwas besser geht.

Neu: Ich habe das Gefühl, dass es mir damit besser geht.

Hörst du, was ich meine? Lies dir deinen Text dir selbst laut vor. Wenn es holpert, bist du gefragt: Dann ist der Satz zu lang oder kompliziert gebaut.

Hast du Schwierigkeiten damit lange Sätze zu kürzen? Glaub mir, damit bist du nicht alleine! John Steinbeck sagte: “Wenn einem Autor der Atem ausgeht, werden die Sätze nicht kürzer, sondern länger.

Schreib mir in die Kommentare rein, dann helfe ich dir gerne!

Morgen schauen wir uns an, wie du noch kompliziertere Schachtelsätze auflösen kannst. Denn das sind speziell fiese Verständlichkeitskiller.

Hast du Fragen zu deinem Text? Schreib mir gerne direkt hier rein oder auf Facebook unter: https://www.facebook.com/textemitziel.celine.tueyeni

Möchtest du gerne mit mir gemeinsam deinen Angebotstext feinschleifen?

Ich nehme dich gerne an der Hand: Gemeinsam machen wir dein aktuelles Angebot textsicher, zugkräftig und ansprechend!

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Sollen wir deinen Text gemeinsam feinschleifen? Ja?

Dann komm hier her:

Text-it-easy: Das punktgenaue Coaching für deinen Angebotstext.

Weitere Artikel aus der Quick-Tipp-Serie:

Verwende Aktiv statt Passiv für lebendige Texte

Lass Modalverben weg – für starke Texte

Ersetze schwierige Hauptwörter durch einfache – für verständliche Texte.

Löse Schachtelsätze auf – für flüssige Texte

Schreibe in Bildern – für Texte mit Kopfkino-Effekt

Mit wem sprichst du genau? Für Texte, die mit deinen Kund*innen sprechen.

Andere Artikel zum Thema Texte schreiben:
„Bitte kurz und knackig – es liest niemand mehr lange Texte.“ Eine Mär?

Willst du sehen, wie sich Texte verändern, wenn ich sie nach diesen Regeln bearbeite? Unter Arbeitsproben findest du ganze Beispieltexte.

Hier kannst du dir den Artikel auch gerne ausdrucken und neben den Computer legen!

 

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