Text-Angst? Ja! Kenne ich auch als Profi-Texterin gut.

Ich gestehe: Es gab eine Zeit, da hatte ich Bauchweh vor jedem neuen Text. Ich wusste gar nicht so genau warum. Oder nennen wir es „ein komisches Gefühl“, nervös, unruhig. Ein Berg baute sich vor mir auf. Ein Ziehen in der Magengegend. Dort saß ein Unwohlsein, ja eine leise Angst, die sich einschlich, sich steigerte bis… bis… ja bis ich endlich anfing. Kennst Du das? Dann fließt der Strom der Gedanken und Worte und plötzlich ist er fertig, der neue Text. Und ich fühle mich, als hätte ich geboren. Immer wieder. Stolz, leicht, großartig.

Die 4 Phasen der Veränderung

Nur, warum ist das so? Woher kam diese Angst jedes Mal aufs Neue? Schließlich texte ich gerne. Ich liebe es zu schreiben und vor allem das Gefühl danach. Weil ich es kann, das weiß ich. Also wovor graute es mir so am Anfang?

Was gegen Text-Angst hilft.

Vom Text-Schema im Kopf zum Flow-Gefühl im Bauch

Zum Texten gibt es unheimlich viele Konzepte und Standard-Vorgehensweisen. Ungefähr so: Thema festlegen – Inhalte sammeln und strukturieren – clustern – in einem Fluss runterschreiben – Lesefluss fördern durch Absätze, knackige Überschriften, Aufzählungen, fett markieren, einfache Satzkonstruktionen – feintunen – liegen lassen – korrigieren. So in etwa. Hast Du sicher schon mehrfach gehört oder gelesen, stimmt’s?

Diese Standard-Schritte sollten helfen, einen neuen Text zu bewältigen. Aber mir halfen diese Schritte leider gar nichts gegen das Gefühl. Geben mir keine Sicherheit. Sind mir zu technisch in diesem Moment. Sie rattern durch meinen Kopf, kommen aber nicht da an, wo ich Hilfe brauche: im Bauch.

Schreiben ist Veränderung. Veränderung macht Angst.

Neulich publizierte Uta Nimsgarn eine Audio-Serie über Veränderung. Genauer gesagt, über vier Phasen, die man in jedem Veränderungsprozess durchläuft, ganz gleich worum es sich dreht. Da durchzuckte es mich: Einen neuen Text zu schreiben ist ein Veränderungsprozess. Und der macht Angst. Immer. So sind wir seit jeher programmiert – zu unserer eigenen Sicherheit. Die Veränderung lautet: von „kein Text“, zu „Text fertig“. Da. Geschaffen. Aus mir. Wie eine Geburt. Diese vier Phasen treffen bei mir auf jeden neuen Schreibprozess zu. Vermutlich treffen Sie auf alles zu, was man zum ersten Mal macht. Nur bedachte ich das nie!

Diese vier Phasen der Veränderung teile ich jetzt mit Dir: Denn seit ich das weiß, ist mir leichter. Ich fürchte mich nicht mehr, denn ich sehe den Sinn. Fühle mit!

Von Null auf „Text fertig“ in 4 Phasen:

  • Wir brauchen inhaltliche Klarheit, wo wir hin wollen: Was wollen Deine KundInnen mit dem Text erreichen? Welche Inhalte gehören verpackt? Wo liegt das genaue Ziel? Oder was willst Du erreichen mit Deiner Aufgabe? Diese Phase entspricht noch ziemlich dem ersten Schritt der oben genannten empfohlenen Struktur. Erst dann ändert sich der Weg.
  • Fühlen. Der wichtigste Punkt für mich. Ich muss fühlen, was meine KundInnen brauchen und wie sie ticken. Was sie begeistert. Wie sie sich fühlen, wenn ihr Text fertig ist. Noch einen Schritt weiter gedacht: Ich fühle, was die KundInnen meiner KundInnen brauchen, was sie glücklich macht. Wenn ich diese Begeisterung und dieses Feuer fühle, dann bin ich schon fast im Schreibfluss. Dann hat „es“ mich. Probiere das mal aus: Spüre bewusst hin, wie Du dich fühlen würdest, wenn Dein Text, oder die Aufgabe, die vor Dir liegt, erledigt wäre. Stolz, frei, geschafft, erfolgreich? Du musst dem Gefühl nicht mal einen Namen geben. Nur fühlen.
  • Dann brauchen meine KundInnen und ich den festen Glauben, dass dieser Text etwas verändern wird und was genau. Was denken sie und woran glauben sie ganz fest? Denn nur dieser Glaube liefert uns die richtigen Argumente, mit denen wir die „KundeskundInnen“ im Herz erreichen und überzeugen. Dir liefert er das tief sitzende „Warum“ für Deine Aufgabe (nicht nur das im rationalen Teil unseres Gehirns wohnende Warum).
  • Werden und Sein. Umgelegt aufs Texten heißt das: Gefühl und Inhalt in Worte umsetzen. Jetzt fließen Worte von selbst, weil ich die Inhalte im Kopf und das richtige Gefühl, das „Hin zum Ziel“ im Bauch habe. Jetzt kann ich die oben erwähnte Schreib-Struktur einsetzen. Denn jetzt ist der Berg weg und der Flow da.

Wissen, woher die Angst kommt, bläst sie weg.

Seit ich das erkannt habe, hat sich die Angst aufgelöst. Denn ich verstehe das Warum. Ich freue mich auf das „Gefühl danach“ und weiß, dass es kommt – wenn ich die vier Phasen einhalte und wertschätze, dass mein Unterbewusstsein auf Veränderung nun mal mit Unwohlsein reagiert. Es will mich ja nur vor Gefahr schützen. Lieb von ihm;-) Nur manchmal hinderlich, solange wir das nicht bewusst haben.

Wie fühlst Du Dich mit diesen vier Phasen? Kannst Du damit etwas anfangen? Nachfühlen? Oder geht das für Dich gar nicht? Schreib es mir! Ich bin wirklich gespannt.

Wenn Dich dieser Artikel inspiriert: Reiß ihn doch von meinem Block ab und nimm ihn einfach mit!

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Deine

Céline Tüyeni. Website-Texter aus Wien

P.S. : Hier gibt es das Audio zu den vier Phasen der Veränderung von Uta
zum Nachhören: http://ichliebegeld.com/hallo/audio-veraenderung/
zum runterladen: https://www.uta-nimsgarn.de/podcast/

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