So erzeugst du Bilder im Kopf und Gefühle im Bauch

Warum bildhaft schreiben? Mit deinem Text verfolgst du ein Ziel. Ich nehme an: verkaufen. Wenn nicht direkt, dann zumindest über Umwege. Stimmt’s?

Überleg einmal: Wo trifft dein Kunde oder deine Kundin die Kaufentscheidung? Richtig, im Bauch. Zumindest zu einem guten Teil.

Das heißt, deine Worte müssen bis in den Bauch vordringen. Quasi über die Augen und durch den Kopf durch und weiter hinunter. Dort muss es angenehm kribbeln!

Siehst du gerade Worte durch einen Menschen reisen? 😉

Kopfkino durch bildhafte und konkrete Sprache

Wenn du verkaufen willst, musst du konkrete Bilder im Kopf und Gefühle im Bauch erzeugen. Wie im Kino: Idealerweise läuft während des Lesens ein Film vor dem geistigen Auge ab. Nur dann dringt der Text wirklich durch bis in den Bauch. Damit deine Kund*innen die für dich richtige Entscheidung treffen: kaufen.

Klingt das schwierig? Ist es aber nicht. Wir bleiben beim bekannten Credo:

Es geht leicht. Für dich und deinen Kunden.

Hier gebe ich dir ein paar Tipps, wie du deinen Text dahingehend umbaust:

1) Verwende deutsche Worte statt üblicher Fremdwörter.

Wir haben ein ähnliches Thema schon im ersten Quick-Tipp bei Fach- und Fremdwörtern angesprochen.

Heute meine ich diese Aufgabe:

Tausche Wörter, die nicht deutschen Ursprungs sind – selbst, wenn wir sie ganz normal im täglichen Sprachgebrauch verwenden. Ersetze sie durch deutsche Wörter.

Warum? Lehnwörter werden zwar verstanden, erzeugen aber keine Bilder im Kopf. Und schon gar kein Kribbeln im Bauch. Außerdem erfordern manchmal eine kurze Übersetzungsarbeit. Das macht es schwieriger, den Text zu verstehen.

Fühl mal nach:

„Stress reduzieren“ vs. „Stress verringern“ oder sogar „seelische Belastung verringern“

„Interaktion” vs. „Austausch mit anderen“

„Community” vs. „Gemeinschaft“

Es kann sein, dass die Bedeutung der beiden Ausdrücke nicht immer genau die gleiche ist. Dann such das deutsche Wort, das dem Fremdwort am nächsten kommt. Es ist immer noch wirkungsvoller als das nicht deutsche Wort. Versprochen!

2) Lass ein Detail fürs Ganze stehen (Pars pro toto).

Wenn du über das „große Ganze“ schreibst, verwendest du oft Kategoriebegriffe: wie z. B. Obst, Gebäck, Gebäude, Verkehr etc.

Auch diese Wörter erzeugen Bilder. Aber schale.

Deine Aufgabe: Picke dir ein ganz spezielles Beispiel aus einer Kategorie heraus:

Alt: „Wir liefern Ihnen täglich frisches Gebäck.”

                Klingt nicht schlecht! Ich sehe ein Brotkörberl. Aber so:

Neu:  „Wir bringen Ihnen täglich warme Salzstangerl und knusprige Croissants direkt vor Ihre Haustür.”

                Da läuft der Film ab und mir das Wasser im Mund zusammen!

3) Sag, was jetzt gut ist. Nicht, was nicht mehr schlecht ist.

Du verkaufst Lösungen zu Problemen. Da liegt es nahe, deinen Kund*innen zu erklären, dass sie dieses spezielle Problem nicht mehr haben, oder das Problem kleiner wird, wenn sie dein Produkt kaufen.

Besser ist: Du erklärst, WAS ist.

Deine Aufgabe: Suche nach den Wörtern “nicht”, “kein”, “verringern”, “weniger werden”, “nachlassen” oder nach Stellen, wo du immer noch das Problem ansprichst, obwohl du schon über den positiven Effekt deiner Leistung erzählst. Beschreibe stattdessen die positive, angenehme, gute, tolle Wirkung.

Warum? Die kleinen Wörtchen „nicht“ oder „kein” erzeugen gar kein Bild oder Gefühl. Auch Wörter wie „verringern”, „nachlassen”, „weniger werden” ändern das Gefühl nicht, sie schwächen es nur ab. Übrig bleiben die Worte, die da stehen: Das Problem. Das fühlt sich unangenehm an. Du willst aber ein angenehmes Gefühl erzeugen!

Zum Beispiel:

Alt: „Nach einer Reiki-Session spürst du, wie sich dein Stressgefühl verringert.”

Neu: „Nach einer Reiki-Einheit spürst du, wie du ganz ruhig wirst.”

Spürst du den Unterschied?

Deshalb: Sag immer, welches gute Gefühl deine Kund*innen haben werden, anstatt welches Problem sie nicht mehr haben werden.

Extra-Tipp, wenn du eine konkrete Handlung deiner Leser*innen willst:

Deine Leser*innen sollen am Ende deines Texts vermutlich etwas Konkretes tun: Auf “Ja-ich-will” klicken, dich anrufen, dir eine Nachricht schreiben, in den Online-Shop gehen.  Das musst du ihnen ganz genau sagen.

Deine Aufgabe: Suche das konkreteste und gebräuchlichste Wort und gib eine klare Handlungsanleitung:

Wenn du deinen Leser*innen sagst: „Kontaktieren Sie mich bitte“, haben sie 2 Probleme:

  • Sie müssen “kontaktieren” übersetzen.
  • Sie müssen sich überlegen, wie sie dich kontaktieren können und diese Info suchen.

Besser ist: „Schreiben Sie mir ein E-Mail an aa@bbb.at oder rufen Sie mich an unter: xxx/xxx xxx xx.”

Oder

Alt: „Unterfertigen Sie bitte dieses Dokument“

Neu: „Unterschreiben Sie bitte auf der letzten Seite ganz unten.“

Spürst du den Unterschied? In beiden Fällen ist eigentlich ganz klar, was dein Gegenüber tun soll. Aber die 2. Variante macht es ihr oder ihm deutlich einfacher! Das erhöht die Chance, dass der Ja-ich-will-Button einen Klick erhält!

Hast du deinen Text bei der Hand? Lies ihn dir jetzt genau durch, ob du irgendwo Fremdworte, allgemeine Kategoriebegriffe oder unkonkrete Anweisungen findest. Ersetze sie. Du wirst sehen: Das ist leicht! (Anstatt: Das ist gar nicht schwer. 😉 )

Zusatz-Tipp: Wenn du einmal einen allgemeinen Sachverhalt erklären musst, schicke ein konkretes Beispiel hinterher.

Hier ein Beispiel aus einem aktuellen Blogartikel einer Kundin:

„Corona und der damit verbundene Shutdown vieler Wirtschaftsbereiche stellt Unternehmer vor neue Herausforderungen.”

                Dieser Satz erklärt einen Sachverhalt. Nötig, aber wenig bildhaft.

„Was tun, wenn ein Lieferant nicht mehr liefern kann? Was tun, wenn ein Kunde die Rechnung nicht mehr bezahlen kann?”

                Jetzt hat der Leser ein Bild im Kopf und spürt, was der „Shutdown“ bedeutet.

Hast du eine Idee bekommen, wie du deinen Text besser bebildern kannst? Wie du Gefühle und Handlungen damit erzeugst? Schreib mir doch unten in die Kommentare, wenn du es geschafft hast, oder wenn du Hilfe brauchst! Ich helfe dir gerne weiter!

 

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Weitere Artikel aus der Quick-Tipp-Serie:

Ersetze schwierige Hauptwörter durch einfache – für verständliche Texte.

Verwende Aktiv statt Passiv für lebendige Texte

Lass Modalverben weg – für starke Texte

Wechsle kurze und mittellange Sätze ab für leicht lesbare Texte

Löse Schachtelsätze auf – für flüssige Texte

Mit wem sprichst du genau? Für Texte, die mit deinen Kund*innen sprechen.

Andere Artikel zum Thema Texte schreiben:
„Bitte kurz und knackig – es liest niemand mehr lange Texte.“ Eine Mär?

Willst du sehen, wie sich Texte verändern, wenn ich sie nach diesen Regeln bearbeite? Unter Arbeitsproben findest du ganze Beispieltexte.

Hier kannst du dir den Artikel auch gerne ausdrucken und neben den Computer legen!

 

 

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