Konntest du die eine oder andere Passiv-Konstruktion durch aktive Verben ersetzen? Fein! Klingt doch gleich viel frischer und aktiver, oder? Heute sorgen wir dafür, dass dein Text stark in seiner Aussage bleibt. Dazu forschen wir Modalverben aus und streichen sie – ganz einfach! Meistens musst du nicht mal was ersetzen. Nur streichen.

Lass Modalverben einfach weg.

Superleicht, oder?

Nur…fragst du dich gerade:

Modalverben – was ist denn das??

Modalverben sind folgende Verben (Zeitwörter): dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen.  Leider gibt es keinen einfachen deutschen Ausdruck dafür, also muss ich beim „Fremdwort“ Modalverb bleiben.

Warum tun Modalverben deinem Text nicht gut?

Diese Wörter können meist nicht alleine stehen, sondern brauchen ein zweites Verb. Diesem zweiten Verb saugen sie im Text allerdings Kraft ab. Diese Parasiten!

Woher kommt der Gebrauch dieser Verben?

Aus einer veralteten Höflichkeitsform, die nicht mehr zeitgemäß ist: Modalverben gibt es schon sehr lange, schon im alten Rom wurden sie verwendet. In der K&K Bürokratie wurden sie auf Hochglanz poliert. Mittlerweile klingen sie genauso verstaubt, wie sie alt sind.

Fragst du dich jetzt: Was? Ich soll nicht mehr höflich schreiben?
Ich sage: Nicht höflich, sondern freundlich. Von Mensch zu Mensch, auf Augenhöhe.

Horch mal:

Alt: Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass….
Neu: Ich weise Sie darauf hin, dass…
Gerne weise ich Sie darauf hin, dass…
Beachten Sie bitte, dass…

Alt: Ich darf Ihnen Auskunft geben über…
Neu: Gerne gebe ich Ihnen Auskunft über….

Alt (ein Klassiker!): Wir würden uns sehr freuen, Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen!
Neu: Schön, wenn Sie uns wieder besuchen!
Wir freuen uns schon wieder auf Sie – bis zum nächsten Mal!

Deine Aufgabe: Spüre alle Modalverben auf und streiche sie. Baue den Satz auf “freundlich” um.

Wo kommen Modalverben in Texten vor?

Du siehst schon, Modalverben kommen eher in Briefen, Newslettern oder Kundenkommunikation in irgendeiner Form vor. Sehr gerne verstecken sie sich aber auch in Hausordnungen, Anleitungen, etc. Ich habe sie neulich in einer Reitstall-Ordnung aufgespürt!

Ganz gleich, wo sich Modalverben in deinem Text herumtreiben, sie schwächen deine Aussage und damit dich als Person in der Beziehung zu deinem Gegenüber. Also weg damit!

Denk an das Credo: Es darf leicht gehen!

Technisch geht es wirklich ganz leicht, Modalverben einfach wegzulassen und den Satz umzubauen.
Emotional hat es manchmal mit innerer Haltung zu tun. Da braucht es etwas Mut, inneres Aufrichten und Durchatmen. Mehr aber schon nicht. Nicht nur du spürst den Unterschied, auch deine Leserin und dein Leser.

Mein Tipp: Wenn es dir schwer fällt, das Modalverb wegzulassen, stelle dir vor, wie du mit der Person sprichst oder telefonierst. Denn gesprochen verwenden wir Modalverben kaum noch: Im Gespräch würde es dir vermutlich komisch vorkommen. Dann schreib den Text so, wie du ihn sprichst!

Kannst du mit diesem Quick-Tipp für deinen Texte etwas anfangen? Schreib’s mir unten rein! Die Suche nach den Modalverben in deinem Text ist vielleicht etwas kniffliger, weil du schauen musst, wie du das Verb wirklich verwendet hast: Steckt es nämlich in einer Frage, ist es da oft zu Recht: „Möchten Sie sich zum Newsletter anmelden?“
(Obwohl hier die Aufforderung „Melden Sie sich hier zum Newsletter an“ auch stärker wirkt, als die Frage von oben. Aber aus einem anderen Grund: Aufforderung statt Frage.)

Achtung: Das Wort „können“ hat manchmal schon seine Berechtigung. Und zwar dann, wenn es wirklich darum geht, ob etwas sein kann. Also eine Möglichkeit ausgedrückt wird, aber kein Versprechen.
Z. B.: Die Immobilienpreise können in den nächsten Monaten steigen.

Ich wünsch‘ dir viel Spaß bei der Suche und schnelle, kleine Erfolgserlebnisse! Du wirst spüren, wie sich dadurch dein Text verändert, wie er persönlicher und empathischer wird.

Hast du Fragen zu deinem Text? Schreib mir gerne direkt hier rein oder auf Facebook unter: https://www.facebook.com/textemitziel.celine.tueyeni

 

Weitere Artikel aus der Quick-Tipp-Serie:

Verwende Aktiv statt Passiv für lebendige Texte

Ersetze schwierige Hauptwörter durch einfache – für verständliche Texte.

Wechsle kurze und mittellange Sätze ab für leicht lesbare Texte

Löse Schachtelsätze auf – für flüssige Texte

Schreibe in Bildern – für Texte mit Kopfkino-Effekt

Mit wem sprichst du genau? Für Texte, die mit deinen Kund*innen sprechen.

Andere Artikel zum Thema Texte schreiben:
„Bitte kurz und knackig – es liest niemand mehr lange Texte.“ Eine Mär?

Hier kannst du dir den Artikel auch gerne ausdrucken und neben den Computer legen!

 

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